MIN-Fakultät
Fachbereich Informatik
TAMS

Simulationsdatenauswertung

Das SIMUEVA (SIMUlation EVAluation) System [Buschke90] wurde ab etwa 1985 bis 1990 zur Unterstützung des Entwerfers bei der Auswertung von Gatterebenen-Simulationen entworfen. Die Motivation einer Hilfe wird angesichts der enormen Datenmengen verständlich, die bei einer Gatterebenensimulation anfallen können: Schon die Simulation eines eher kleinen VLSI Schaltkreises mit 50.000 Gattern und entsprechend etwa 20.000 internen Leitungen erzeugt pro Taktschritt bis zu 20.000 Datenwerte. Über etwa 100.000 Takte simuliert ergeben sich daraus 2*109 Datenwerte. Diese müssen nicht nur gespeichert, sondern vor allem im Hinblick auf mögliche Fehler ausgewertet - das heißt mit den erwarteten Werten verglichen - werden.

Das Konzept von SIMUEVA beruht dabei auf einer Nachbearbeitung der gesammelten Simulationsdaten. Dazu werden die Simulationsergebnisse und die Netzliste einer Gatterebenensimulation mit einem kommerziellen Simulator (DISIM, Siemens SMILE, etc.) zunächst mit jeweils angepaßten Konverterprogrammen in das SIMUEVA Datenbasisformat übersetzt. Das eigentliche Programm SIMUEVA erlaubt dann interaktive Anfragen an diese Datenbasis, und bereitet die Simulationsdaten graphisch auf.

Neben der üblichen Waveform und Tabellendarstellung (der nackten Daten gegen die Simulationszeit) sind dabei auch komplexere Darstellungen und die Suche nach bestimmten Ereignissen (Wertewechsel, Hasards, Haltezeitverletzungen) möglich.

Eine eigene Sprache EXPRESS (EXPected RESults Specification) erlaubt die Spezifikation der erwarteten Ergebniswerte. Wenn eine EXPRESS Beschreibung des Designs vorliegt, vergleicht SIMUEVA die Simulationsdaten automatisch mit dieser und stellt eventuelle Abweichungen (d. h. die Fehlfunktion des Designs) dar. Die Kombination aus EXPRESS Spezifikation, Simulationsdaten und Netzliste ermöglicht im Prinzip auch die Fehlerrückverfolgung - die Lokalisation fehlerhafter Gatter in der Netzliste.